
Manchmal ist deutlich, dass eine Familie Unterstützung braucht, aber noch nicht, welche Hilfe wirklich passt. Unser systemisch-familientherapeutisches Clearing schafft Raum, die Situation gemeinsam und aus verschiedenen Blickwinkeln zu verstehen. Es ist eine zeitlich begrenzte, ergebnisoffene Leistung im Auftrag des Regionalen Sozialpädagogischen Dienstes (RSD). Im Mittelpunkt stehen das Wohl der Kinder und eine tragfähige Perspektive für die Familie.
Was schauen wir uns an?
Wir sprechen mit Kindern, Jugendlichen und Eltern und beziehen, soweit vereinbart, weitere wichtige Personen und Einrichtungen ein. Dabei interessieren uns die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Schwierigkeiten und mögliche Lösungen. Wir erkunden familiäre Beziehungen, Belastungen und Risiken, aber auch Stärken, Bewältigungsstrategien und Unterstützung im sozialen Umfeld. Ebenso betrachten wir bisherige Hilfeerfahrungen und die Frage, was die Beteiligten für eine Veränderung brauchen.
Je nach Fragestellung finden Einzel- und Familiengespräche, Gespräche im Umfeld sowie Termine zu Hause oder an anderen passenden Orten statt. Zwei systemisch ausgebildete Familientherapeut*innen führen das Clearing gemeinsam durch. Kinder und Jugendliche werden ihrem Alter und ihren Möglichkeiten entsprechend eigenständig beteiligt.
Was ist das Ergebnis?
Das Clearing dauert in der Regel drei Monate. Zum Abschluss halten wir die Erkenntnisse und die Sichtweisen der Beteiligten in einem Bericht fest. Gemeinsam mit der Familie besprechen wir, welche nächsten Schritte sinnvoll erscheinen. Der RSD erhält eine fachlich begründete Empfehlung für die weitere Hilfeplanung. Diese kann eine Leistung der Jugendhilfe betreffen oder auch Unterstützung aus Schule, Gesundheit und anderen Bereichen einbeziehen.
An wen wende ich mich?
Das systemisch-familientherapeutische Clearing wird vom zuständigen regionalen sozialpädagogischen Dienst (RSD) beauftragt.
Wer finanziert die Teilnahme?
Die Finanzierung erfolgt über das Jugendamt nach § 27,3 SGB VIII.
