FinK – Familieninklusive Kleinklasse

Was ist FinK?

Der Name „FinK“ ist eine Abkürzung und steht für Familieninklusive Kleinklasse. FinK ist für Kinder mit herausforderndem Verhalten in den Schulbesuchsjahren 1 bis 6 (Eingangsstufe, Unterstufe, Mittelstufe). Herausforderndes Verhalten heißt: Es fällt den Kindern zum Beispiel schwer, sich zu konzentrieren oder Regeln einzuhalten. Sie verhalten sich aktuell so, dass sie nur wenige Stunden am Tag am Unterricht teilnehmen können. Das möchten wir in unserem Projekt verändern. Dabei ist die Mitarbeit der Eltern für den Erfolg ihres Kindes unverzichtbar, denn sie kennen ihr Kind am besten.

Wenn ein Kind an unserem Projekt teilnimmt, verlässt es seine Heimatklasse für eine Weile und kann bei uns je nach aktuellen Bedarfen und individuellen Möglichkeiten montags bis freitags in der Zeit von 8 bis 15 Uhr in einer kleinen Gruppe mit sechs Kindern unterrichtet werden. Mittwochs endet die Betreuung bereits um 13 Uhr, um dem Team Zeit für wichtige Absprachen und Planungen zu gewährleisten. Unsere Kolleg*innen haben verschiedene Ausbildungen mit zusätzlichen Qualifikationen. So können wir auch therapeutisch arbeiten.

An zwei Tagen in der Woche kommen die Eltern oder ein anderes Familienmitglied mit dazu: An einem Vormittag, um mit anderen Eltern, allen Kindern und den Kolleg*innen vor Ort gemeinsam den Unterricht zu gestalten. Und an einem Nachmittag, um sich im Rahmen der Mehrfamilienarbeit mit anderen Eltern auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.

Gemeinsam mit den Eltern und den pädagogischen Fachkräften der Heimat-schule bereiten wir die Rückkehr des Kindes in seine Heimatklasse vor.

 

Was erwartet die Kinder bei FinK?

Die Kinder haben Einzel- und Gruppenunterricht. Zwischen den Unterrichts-stunden bauen wir Auszeiten und Entspannung ein. Damit beugen wir Überforderung, Stress und Eskalationen vor. Jedes Kind bekommt einen eigenen Förderplan. Die Schultage haben eine klare Struktur, die sich jede Woche wiederholt. Auch Kinder, die bisher verkürzt oder zu Hause unterrichtet wu-den, möchten wir so wieder an den Schulalltag heranführen.

Die Kinder erleben sich gemeinsam in der Gruppe und sind damit auch wieder stärker in eine Gemeinschaft eingebunden. Auf diese Weise stärken wir die Fähigkeit der Kinder, sich sicher in einer Gruppe zu bewegen und mit anderen Kindern in Kontakt zu treten und zu bleiben.

Durch die Kombination von individueller Unterstützung und positiven gemeinsamen Gruppenerlebnissen haben die Kinder schnell spürbare Lernefolge. Mit den Pädagog*innen der Heimatschule tauschen wir uns regelmäßig aus, berichten über unsere Erfahrungen und besprechen, welche Bedingungen an der Heimatschule die positive Entwicklung jedes Kindes nach seiner Rückkehr an die Schule weiter fördern können.

 

FinK möchte erreichen, dass die Kinder …

  • wieder Neugier, Interesse und Freude am Lernen bekommen
  • innerlich stabiler werden
  • mehr Selbstvertrauen, Selbstwert und eine starke Identität entwickeln
  • erfahren, dass sie etwas für sich selbst bewirken können
  • ihre Bedürfnisse besser wahrnehmen und ausdrücken können
  • ihr eigenes Verhalten und ihre Gefühle besser reflektieren und kontrollieren können
  • lernen, wie sie Anspannungen abbauen und ihr „Toleranzfenster“ erweitern
  • sich stärker konzentrieren können und über längere Zeit aufmerksam bleiben
  • üben, wie sie sich aktiv in den Unterricht einbringen können
  • besser mit Konflikten umgehen und sie lösen können

 

Dabei legen wir Wert darauf, dass die Kinder

  • so selbstständig und eigenverantwortlich wie möglich handeln
  • befähigt und motiviert werden, wieder in der Gruppe zu lernen und ihr herausforderndes Verhalten zu minimieren
  • soziale Beziehungen aufbauen und aushalten, ohne dabei in alte Muster zurückzufallen

 

FinK möchte erreichen, dass die Eltern…

  • beim Bewältigen ihrer elterlichen Aufgaben unterstützt und entlastet werden
  • selbst aktiv soziale Unterstützernetzwerke erweitern und einbeziehen
  • einen besseren Einblick in (schulische) Herausforderungen, Entwicklungsprozesse und Erfolge ihres Kindes bekommen

 

Unsere Methoden und Ansätze

Mehrfamilienarbeit/Multifamilientherapie (MFT)

Eltern kommen mit anderen Eltern in einer festen Gruppe zusammen. Sie können sich austauschen, gegenseitig unterstützen, sich Anregungen holen, die Erfahrungen der anderen nut-zen und die eigene Situation entlasten.

Neue Autorität

Dieser Ansatz stärkt die Eltern-Kind-Bindung. Eltern werden dabei unterstützt, auch in herausfordernden Situationen ruhig, aber auch beharrlich zu bleiben und ihrem Kind ein verlässlicher Ankerpunkt zu sein.

Familie in Schule (FiSch)

Bei diesem Konzept suchen Familien ge-einsam mit der Schule nach posi-tiven Lernerfahrungen durch realistische und für ihr Kind machbare Lernfortschritte. Den Rahmen bildet auch hier eine Mehrfamilien-gruppe, die das Entwickeln von Lösungen unterstützt.

Zeiten und Rahmen

Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag: 8 bis 15 Uhr
Mittwoch: 8 bis 13 Uhr
In den Schulferien: Betreuung von 9 bis 14 Uhr
30 Schließtage im Jahr Ferienprogramm inklusive einer einwöchigen Familienfahrt

Sie interessieren sich für unsere Einrichtung?

Wichtig ist, dass von Beginn an eine verbindliche Zusammenarbeit zwischen FinK und den Familien verabredet wird. Deshalb ist es unerlässlich, dass die Eltern ihre oder die Anwesenheit eines anderen Familienmitglieds an zwei Tagen in der Woche garantieren können: an einem Vormittag und an einem Nachmittag.
Wenn Sie Fragen haben oder mehr über unsere Einrichtung erfahren möchten, rufen Sie gern unsere Leiterin Franca Wellnitz an.