Unsere Geschichte

Bier, Brot und Schokolade

Eine historische Postkarte zeigt den Pfefferberg in der Frontansicht im Jahr 1901.Pfefferberg heißt das Gelände der ältesten Brauerei im heutigen Stadtteil Prenzlauer Berg, auf dem sich auch unsere Geschäftsstelle befindet. Vor 170 Jahren eröffnete Braumeister Pfeffer auf dem Pfefferberg einen der ersten Biergärten Berlins. Seit Pfeffers Zeiten kann der Pfefferberg auf eine illustre Geschichte zurückblicken: Unter anderem wurde hier Schokolade hergestellt und Brot gebacken, die Tiefkeller fungierten im II. Weltkrieg als Luftschutzbunker, später wurden auf dem Pfefferberg das »Neue Deutschland« gedruckt, Autos repariert und Arbeiter durch eine Großküche versorgt.

 

Die Vision eines soziokulturellen Zentrums

Alte Frontansicht des Pfefferberges mit GrafittiMitte der 1980er Jahre entwickeln Architekt*innen, Künstler*innen und interessierte Anwohner*innen die Idee einer Kulturfabrik. Mit der Wende wurden das Land Berlin und die Bundesrepublik Deutschland jeweils zur Hälfte ideelle Eigentümer des Geländes. Zu Beginn der 90er Jahre entwickelt der 1990 gegründete Pfefferwerk Verein zur Förderung von Stadtkultur e.V. gemeinsam mit der Kulturinitiative Förderband e.V. die Idee eines soziokulturellen Zentrums auf dem Gelände. Künstler*innen und Galerien siedeln sich an, soziale Projekte für junge Menschen finden hier ihre Heimat und der Pfefferberg macht sich durch legendäre Veranstaltungen einen Namen als Kulturstandort.

 

Die zarten Anfänge

Ein junges Mädchen im Punkerlook steht vor einem verfallen Haus im noch nicht sanierten Bezirk Prenzlauer Berg.Außerdem gründet der Pfefferwerk e.V. im Juni 1991 die gemeinnützige Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH. Ihr Ziel ist es, unter dem Gedanken der »Hilfe zur Selbsthilfe« die soziale und kulturelle Infrastruktur in den Berliner Bezirken zu erhalten und weiterzuentwickeln. Als erste fest finanzierte Einrichtung entsteht das Nachbarschaftshaus am Teutoburger Platz. In den ersten fünf Jahren werden unsere Projekte im sozialen, jugendkulturellen und ökologischen Bereich mit bis zu 200 Kolleg*innen ausschließlich über das Arbeitsamt und sogenannte Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) finanziert. Eine betreute WG für Jugendliche wird Mitte der 1990er Jahre zum ersten zarten Pflänzchen unseres Jugendhilfebereiches. In den folgenden Jahren entwickeln und spezialisieren wir uns in der Jugendhilfe und Stadtteilarbeit. Wir übernehmen Kitas, gründen in Kooperation mit einem Elternverein unsere erste Schule und beginnen mit der Ausbildung junger Menschen in verschiedenen Berufsbildern. Und das über die Grenzen des Stadtteils Prenzlauer Berg hinaus.

 

Geschafft!

Frntansicht der Arcaden des modernisierten PfefferbergesZurück zum Pfefferberg: Gemeinsam mit Politik und Verwaltung des Landes Berlin wird schließlich die Idee entwickelt, das Gelände Pfefferberg zu erwerben, in eine Stiftung einzubringen und ein Erbbaurecht an einen Projektentwickler auszureichen, mit der Aufgabe, es denkmalgerecht zu sanieren und zu einem Zentrum für Kultur, Soziales und Dienstleistungen umzugestalten. Der Stiftung wird außerdem die Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH übertragen, die seitdem unsere Gesellschafterin ist. Heute sind wir einer von vielen kulturellen und sozialen Trägern und gastronomischen Einrichtungen auf dem Pfefferberg. Unsere Geschäftsstelle befindet sich im sanierten Haus 14. Hier und in Haus 13 bilden wir junge Menschen in verschiedenen Berufe aus. Im Juni 2016 weihen wir zu unserem 25-jährigen Jubiläum das neu errichtete Bildungshaus, Haus 12, ein. Anfang 2019 sind 850 Pfefferwerker*innen sind in unserer Organisation tätig.