Rassismus in der Corona-Pandemie

with Keine Kommentare

Das Virus trifft uns alle gleich? Vielleicht nach biologischen Kriterien. Durch soziale Ausschlussmechanismen und ungleich verteilte Ressourcen hat das Virus sowie die damit einhergehenden Maßnahmen viel härtere Konsequenzen für einige Menschen als für andere – auf lokaler wie globaler Ebene. Die hier gesammelten Beiträge bieten eine kleine Auswahl an Informationen, Sichtweisen und Denkanstößen zu diesem Thema.

Vincent Bababoutilabo und Massimo Perinelli versammeln in ihrem Podcast bereits in zwei Folgen antirassistische Perspektiven auf die Corona-Pandemie. Sehr informativ, mit spannenden Gästen und Anregungen zum Weiterdenken. Nachzuhören im Manypod, dem Podcast für eine Gesellschaft der Vielen.

#Staythefuckloud – dazu ruft der Young Migrants Blog junge migrantische Menschen auf, um ihren Stimmen Gehör zu verschaffen. Ihre Erlebnisse mit Corona-bezogener rassististischer Ausgrenzung und racial profiling, ihre Beobachtungen und Forderungen schildern sie hier.

Gegen rassistische Zuschreibungen als vermeintliche Krankheitsüberträger*innen wehren sich zudem viele Menschen unter #ichbinkeinvirus. Diese Einzelschilderungen verdichten sich in der Dokumentation von Vorfällen mit Corona-bezogenem Rassismus in Deutschland von belltower news. Diese macht das erschreckende Ausmaß der körperlichen und verbalen Gewalt deutlich, die gegen als ‚asiatisch‘ gelesene Menschen verübt wird. Ergänzend dazu bietet das Netzwerk für Asiatisch Deutsche Perspektiven korientation eine Übersicht zu rassistischen Medienerzeugnisse mit Corona-Bezug an.

Lea Schneider verweist auf die Wurzeln dieser rassistischen Klischees in unserer kolonialen Vergangenheit als Kolonialmacht in Asien, aber auch in der damit einhergehenden Selbstauf- und Fremdabwertung, die sich in Konzepte wie ‚Vernunft‘ eingeschrieben hat.

In ihrem Artikel Afrika ist kein Testlabor“ machen auch NARUD auf die Kontinuitäten von Rassismus und Kolonialismus und wie diese sich in der Corona-Krise zeigen aufmerksam.

Einen sehr eindrucksstarken und lesenswerten Kommentar dazu hat auch Susan Arndt verfasst. Sie fokussiert dabei, wie durch Unterdrückungsmechanismen wie Rassismus entstandene Privilegien in der Corona-Pandemie deutlich zutage treten.

Um sich der eigenen Privilegien bewusst zu werden, lohnt es sich, über den Tellerrand zu schauen. Dazu lädt die iz3w in ihrer Online-Reihe ein und berichtet zur Corona-Epidemie aus Ländern des globalen Südens. Inzwischen sind daraus ein Podcast und 3 Interviews entstanden („Hoffnung mit Magenschmerzen“ – Ein Interview zur Corona-Krise im Iran, „Die Regierung erlässt ein Verkaufsverbot für Alkohol“ – Maßnahmen gegen Corona in Mexiko, „Diese Krise offenbart das Versagen des Gesundheitssystems“ – die Situation in der Elfenbeinküste).

Deine Gedanken zu diesem Thema