Erklärung: Berliner Träger „Für Menschenrechte und eine demokratische Kultur“

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Wir, unterzeichnende Träger sozialer Einrichtungen und demokratischer Projekte in Berlin, beziehen klar Position: gegen (extrem) rechte, rechtspopulistische und menschenverachtende Einstellungen. Unsere tägliche Arbeit in den Kiezen, Ortsteilen und Bezirken richten wir an den Menschenrechten aus. Für uns steht der Mensch im Mittelpunkt: unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht(sidentität), sexueller Orientierung, Alter oder körperlicher Verfassung. Wir stehen ein für eine solidarische, inklusive und demokratische Stadtgesellschaft.

Als Träger im sozialen Sektor übernehmen wir kontinuierlich Verantwortung für die gesellschaftliche Inklusion und Akzeptanz der Lebensrealitäten vieler verschiedener Menschen: sei es in Kitas, Jugendfreizeiteinrichtungen, Nachbarschaftszentren, Schulen, Beratungs- und Bildungsangeboten. Geflüchtete, Migrant*innen, Menschen unterschiedlichster Lebensweisen und Geschlechtsidentitäten, alte und junge Menschen, sozial benachteiligte und/oder körperlich beeinträchtigte Personen sind in unseren Einrichtungen Normalität und werden es auch weiterhin bleiben.

Eine Grundlage unserer Arbeit ist die Positionierung gegen Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und menschenverachtende Einstellungen. Unsere Einrichtungen und Projekte schaffen Räume, die Schutz vor Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung bieten wollen. Dies beinhaltet nicht nur das Benennen von Phänomenen, sondern auch die Auseinandersetzung mit den dazu gehörenden Parteien, Vereinen und Organisationen:

• Die NPD ist eine extrem rechte Partei, die einen unverhohlenen biologistischen Rassismus und andere menschenverachtende Positionen vertritt.
• Die AfD ist ein Sammelbecken unterschiedlicher Kräfte und Personen, die in Teilen rechtspopulistische, rassistische und extrem rechte Positionen vertreten.
• Die Identitäre Bewegung ist eine rechte Gruppierung, die antimuslimischen Rassismus, völkische und ethnopluralistische Konzepte vertritt.

Solche Positionen verstoßen gegen unsere Leitbilder und die Grundlagen unserer Arbeit. Aus diesem Grund behalten wir es uns vor, Parteien, Initiativen oder Organisationen, die sich gegen unsere menschenrechtsorientierten Werte stellen, unsere Räume zu verwehren. Das gilt bei Anmietungen für Veranstaltungen, aber auch für die Teilnahme an unseren Angeboten.

Seit einiger Zeit mehren sich Anfragen und Anträge der AfD in den Bezirks-verordnetenversammlungen und im Abgeordnetenhaus von Berlin gegen Träger aus dem sozialen Bereich. Mit einer Kultur der Behauptungen und Unterstellungen versucht die AfD, Träger, Projekte und zivilgesellschaftliche Bündnisse zu diffamieren und mundtot zu machen. Unsere Arbeit wird regelmäßig auf der Bezirks-, Landes- und/oder Bundesebene evaluiert. Unsere Finanzierungen und Förderungen basieren auf aktuellen Gesetzgebungen und Förderrichtlinien – wir haben nichts zu verbergen.

In der für uns erkennbaren Strategie der AfD sehen wir nicht die Forderung nach Transparenz. Vielmehr stellt sie den Versuch dar, unsere Arbeit zu delegitimieren. Unser soziales und solidarisches Engagement in der Stadtgesellschaft scheint ihrem Verständnis geradezu zu widersprechen. Im Fokus der Anfragen und Anträge stehen verschiedene Bereiche: gendersensible und -reflektierte Bildungsarbeit, Integrationsprojekte, die Arbeit von Nachbarschaftseinrichtungen, Jugendfreizeitstätten, zivilgesellschaftliche Bündnisse gegen Rechts, Willkommensinitiativen, Angebote der Kinder- und Jugendsozialarbeit, Frauen- und Mädchenarbeit, Beratungsarbeit, antirassistische Projekte und anderes mehr.

Mit Sorge schauen wir auf die Diskursverschiebung nach rechts: Die Grenzen des Sagbaren im öffentlichen Raum haben sich verschoben und gesellschaftliche Fragestellungen werden unter den Bedingungen rechtpopulistischer Stichwortgeber*innen verhandelt. Wir werden weiterhin in unseren Einrichtungen und Projekten für eine vielfältige und weltoffene Stadtgesellschaft einstehen und jenen Gehör verschaffen, die von Ressentiments, Vorurteilen und rechter Gewalt betroffen sind.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass die bisherigen Leistungen und Errungenschaften unserer Arbeit gesichert werden und auch in Zukunft politisch unabhängig sind. Wir werden uns nicht von einem rechtpopulistischen Generalverdacht gegenüber unseren Projekten verunsichern lassen.

Berlin, Juni 2018

 


Die Erklärung kann bis zum 15.07.2018 unter moskito@pfefferwerk.de noch mitgezeichnet werden.

 


Erstunterzeichner*innen:

Dr. Juliane Wahren
Vorstandsvorsitzende
offensiv’91 e.V.

Birgit Hannemann
Geschäftsführerin
offensiv’91 e.V.

Andreas Wächter
Geschäftsführer
pad gGmbH

Stefan Hoffschröer
Geschäftsführer
Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH

Monika Schaal
Abteilungsleiterin Stadtteilarbeit | Schulen und
Mitglied der Geschäftsleitung der
Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH

Ruth Ditschkowski, Laura Bauer,
Dominique Hensel, Astrid Schleuer
Wolfgang Baeke
Vorstand
Fabrik Osloer Straße e.V.

Robby Schönrich
Geschäftsführer
Fabrik Osloer Straße e.V

 

Mitunterzeichner*innen:

abw gGmbH
Dialog Integrationszentrum für Migrant*innen

Roland Zeeck
Aktion ’70 – Jugendhilfe im Verbund e.V.

Agentur für soziale Perspektiven e.V.

All eins e.V.

Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V.

Anetta Kahane
Vorsitzende Amadeu Antonio Stiftung

Timo Reinfrank
Geschäftsführer Amadeu Antonio Stiftung

Ariba e.V.
für die Projekte ReachOut Berlin und OPRA

Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum berlin e.V.

Ausbildungs- und Kulturcentrum e.V.

Berlin-Brandenburger Bildungswerk e.V.

Tatjana Volpert
Vorsitzende Bildungsbaustein e.V.

Ulrike Kahn
Bündnis Bildung für eine demokratische Gesellschaft

Susanne Schareck
Geschäftsführerin BIQ gGmbH

Bund Deutscher Pfadfinder_innen
Landesverband Berlin

BürgerGenossenschaft Südstern e.V.

Heike Christ
Geschäftsführerin Bürgerhilfe Kultur des Helfens gGmbH

Karl Köckenberger
Geschäftsführer CABUWAZI, Grenzkultur gGmbH

Britta Niehaus
Standortleiterin CABUWAZI Treptow

casablanca gGmbH

Wolfgang Bergner
Gesamtleitung CJD Berlin-Brandenburg

Dr. Jutta Aumüller
Fachbereichsleiterin Wohnen und Begleiten II
CJD Berlin-Brandenburg

Dr Natalia Roesler
Club DIALOG e.V.
Общественная организация ДИАЛОГ

Sabine Grübler
Geschäftsführung Diakoniewerk Simeon gGmbH

Corinna Boldt
Geschäftsführerin Die Wille gGmbH

DGB Kreisverband Treptow-Köpenick

Dr. Christine Glauning
Leiterin Dokumentationszentrum für NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide

Doreen Sieg
Geschäftsführerin fipp e.V.

Frauenkreise Berlin

Frauenzentrum Paula Panke e.V.
Vorstand und Verein

Frei-Zeit-Haus e.V.

Für eine kulturvolle, solidarische Welt e.V.

Garage10 e.V.

Anna Ketel
Geschäftsführung, GEFA gGmbh Gemeinützige Gesellschaft für Familienaktivierung mbH

Andreas Wohlleber
Geschäftsführer der Geburt und Familie e.V.

Haus der Jugend „Bunte Kuh“ e.V.

Sister Mary Clarence
House of Queer Sisters e.V.
Erzabtei -Bundesverband-

Andrea Käthner-Isemeyer
Abteilung Gesundheit und Soziales des Humanistischer Verband Deutschland, LV Berlin-Brandenburg

Kerstin Ewert
Geschäftsführerin IB Berlin Brandenburg gGmbH

Niels Spellbrink
Geschäftsführer IB Berlin Brandenburg gGmbH

Kirsten Schultz
Regionalleiterin IB Berlin-Nordost

Peter Hermanns
Bereichsleiter IB Region Berlin Nordost

Peggy Coburger
Stellvertretende Geschäftsführerin der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) LV Berlin e.V., Brandenburg e.V., Sachsen e.V.

Thomas Berger
Geschäftsführung Independent Living – Jugendwohnen in Pankow gGmbH

Interkulturelles Frauenzentrum S.U.S.I.

Antonia Kühne
Erste Vorstandsvorsitzende JUP e. V.

Jana Ringer
Geschäftsleitung JUP e. V.

Karsten Mühle
Referent der Geschäftsleitung des KARUNA e.V.

Jörg Richert
Vorstand KARUNA eG – Die Sozialgenossenschaft mit Familiensinn

Franziska Myck
Bildungsverbund-Buch bei KARUNA e.V.

Anton Lindner
Geschäftsführer KFK Kietz Für Kids Kinderbetreuung gGmbH

Kiezspinne FAS – Nachbarschaftlicher Interessenverbund e.V.

Niki Samara
Geschäftsführerin Kinder lernen Leben gGmbH

Kreisjugendring e.V.
mit den Projekten BeGEG(e)Nung und Haus der Jugend Köpenick

KuBiZ Raoul Wallenberg/ trägerwerk e.V.

Kungerkiez-Initiative e.V.

Kurdistan Kultur- und Hilfsverein e.V.

Dr. Detlef Vahl
Geschäftsführer der Lebensnähe gGmbH

MaMis en Movimiento e.V.

Horst Schmiele
Vorsitzender von Menschen helfen Menschen in & um Berlin e.V.

Maren Wegener
Schriftführung/Sponsoring von Menschen helfen Menschen in & um Berlin e.V.

Dr. Christian Pfeffer-Hoffmann
Geschäftsführer Minor – Projektkontor für Bildung und Forschung

Matthias Winter
Geschäftsführer Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V.

Monique Messikh-Müller
Geschäftsführerin Nachbarschafts- und Gemeinwesenverein am Kottbusser Tor e.V.

Karin Höhne,
Anna Margarete Davis,
Franziska Lichtenstein
Geschäftsführung Nachbarschaftsheim
Schöneberg e. V.

Jürgen Kipp
Vorstandsvorsitzender für den Vorstand
Nachbarschaftsheim Schöneberg e. V.

Grit Rohde
Leiterin Nachbarschaftshaus Villa offensiv – offensiv 91 e.V.

Aziz Lamere
Geschäftsführer NARUD e.V.

Naturfreundejugend Berlin

Netzwerk Integration Süd-West Berlin e.V.

Gerald Mennen
Geschäftsführender Vorstand er Outlaw. die Stiftung

Dr. Gabriele Schlimper
Geschäftsführerin Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin

Irma Leisle
Stellvertretende Geschäftsführung Paul Gerhardt Stift Soziales gGmbH

Anne Kirschneck
Geschäftsführerin der Pädalogik gGmbH, Fachschule und Fortbildungsinstitut

Sibylle Schreiber
Geschäftsführerin des pro familia Landesverband Berlin e.V.

Schlaglicht e.V.

SEHstern e.V.

Marcel de Groot
Geschäftsführer der Schwulenberatung Berlin gGmbH

Christine Willms
Sozialmanufaktur Berlin

Natalija Ingendorf,
Rainer Kleibs
Geschäftsführung der Sozialstiftung Köpenick

Spielkultur Berlin-Buch e.V.

Sportjugendclub Berlin-Buch

SprachCafé Polnisch e.V.

Karin Kant
Stadtteilzentrum Campus Kiezspindel

Martina Brusaferro
Familienzentrum Kiezfüchse
(Campus Kiezspindel)

Thomas Mampel
Geschäftsführer Stadtteilzentrum Steglitz e.V.

Steine ohne Grenzen e.V.

Ria Schneider
Geschäftsführerin tandem BTL gGmbH

Evelyn Richter
Tanzteam Step-by-step

Total Plural e.V.

Jouanna Hassoun
Geschäftsführender Vorstand Transaidency e.V.

trixiewiz e.V.

Ayşe Demir
Sprecherin Türkischer Bund in Berlin-Brandenburg e.V.

Unter Druck – Kultur von der Straße e.V.
sozialkulturelle Wohnungslosentreffpunkte

Holger Förster
Geschäftsführer Verband für Interkulturelle Arbeit (VIA) Regionalverband Berlin/Brandenburg e.V.

Bianca Klose
Geschäftsführerin Verein für Demokratische Kultur in Berlin e.V. (VDK)

Uwe Gervink
Geschäftsführer der VIA Blumenfisch gGmbH

Rolf Schiek
für den Vorstand des Bund deutscher Antifaschisten e.V Treptow

Renate Wilkening,
Markus Runge,
Eva Bittner,
Elke Fenster
und Thomas Mampel
Vorstand Verband für sozial-kulturelle Arbeit e.V. –
Landesverband Berlin (Fachverband für Nachbarschaftsarbeit)

Werkstatt für Bildung und Begegnung in Berlin e.V

Mirko Kormannshaus
Geschäftsführer Wir gestalten e.V.

Dr. Thomas Pfeifer
Geschäftsführer der Wuhletal – Psychosoziales Zentrum gGmbH

Antje Willem
Prokuristin der Wuhletal – Psychosoziales Zentrum gGmbH