Wir machen unseren Garten schöner

Mit Begeisterung werkeln die Kinder an ihrem Freiluftsofa

Gartengestaltung in der Kita Oranienstraße - von der Idee bis zur UmsetzungZuerst war es nur so eine Idee. Das Außengelände unserer Kita in der Oranienstraße 56 ist sehr klein und entsprechend stark genutzt. Es war an der Zeit, das Außengelände neu zu gestalten. Alle gemeinsam: Kinder, Eltern und Erzieher/innen. Wir Erzieher/innen wollten die Eltern ermutigen, sich stärker in den pädagogischen Alltag der Kita einzubringen. Wir wollten die Kinder ermutigen, auch mitzuentscheiden. Und nicht zuletzt sollte das gemeinsame Projekt der Sprachförderung dienen: Ungefähr die Hälfte der Kinder unserer Kita ist nicht-deutscher Herkunftssprache. So starteten wir im Mai vergangenen Jahres gemeinsam mit »Grün macht Schule (Kita)«, dem Projekt »Erlebnisräume« und dem Kinder- und Jugend-Beteiligungsbüro Friedrichshain-Kreuzberg unser Gartenverschönerungsprojekt.

PLANEN

Zuerst stellten wir das Projekt in einer Dienstberatung den Kolleg/innen vor. Dann gab es dazu einen Elternabend. Am Schluss haben wir eine Planungsgruppe gebildet, die aus der Leitung, Eltern, drei Erzieher/innen, dem Hausmeister und mir als Sprachförderkraft bestand. Außerdem gehört die Landschaftsplanerin Angelika Staudinger vom Kinder- und Jugend-Beteiligungsbüro Friedrichshain-Kreuzberg dazu. Sie hilft uns bei der Planung, beim Stellen von Anträgen und auch bei der Durchführung. Andreas Lehlbach vom Projekt Erlebnisräume ist unser Bauleiter. Gleichzeitig gründeten die Eltern den schon lang geplanten Kita-Förderverein, damit sie Anträge auf Fördermittel stellen können.

WÜNSCHEN

Um uns Ideen zu holen, haben die älteren Kinder der Kita im Frühsommer 2016 einige interessante Spielplätze besucht und Ideen gesammelt, wie sie den Garten in der Kita umgestalten können.

MODELLE BAUEN

Im Juni 2016 bastelten die Kinder mit Angelika Staudinger in einer Planwerkstatt Modelle, wie ihr Wunschgarten aussehen soll. Die ganze Aktion dauerte zwei Stunden und es war eine Freude zu erleben, wie konzentriert die Kinder an ihren Modellen gearbeitet haben. Manche arbeiteten alleine, andere bauten ein gemeinsames Modell. Dabei mussten sie sich gut absprechen (Sprachförderung!). Am Schluss wurden alle Modelle auf einem Tisch in der Mitte ausgestellt, und jedes Kind erzählte, was es gebaut hat (Sprachförderung!!). Für jedes Modell gab es Applaus.

ABSTIMMEN

Dann wurden die Modelle im Eingangsbereich der Kita ausgestellt. Alle Kinder konnten abstimmen, welche Gartenidee ihnen am besten gefällt. Angelika Staudinger hatte zwei große Plakate mit den Wünschen der Kinder und Bildern der Modelle angefertigt. Jedes Kind bekam drei Punkte, die Mädchen rote und die Jungen grüne. Es war uns wichtig, dass die Wünsche von Mädchen und die von Jungen gleichermaßen zum Zug kamen. Die Kinder waren mit großem Ernst dabei. Es gab viele Besprechungen und Diskussionen (Sprachförderung!!!).

Danach waren die Eltern dran. Auch sie durften abstimmen und bekamen gelbe Punkte. Die Punkte der Eltern wurden einfach gezählt , die der Kinder doppelt. Die Eltern hätten die Kinder also nicht überstimmen können. Aber die meisten Eltern hatten sich sowieso von ihren Kindern »beraten« lassen und ihre Punkte genau dahin geklebt, wo ihre Kinder es sich gewünscht haben (Sprachförderung!!!!). Danach waren wir bereit, unsere Ideen umzusetzen.

UMSETZEN

Bevor wir mit der eigentlichen Gartenumgestaltung anfingen, haben wir erstmal unseren Kletterbusch gerettet. Diesen Busch lieben alle Kinder sehr und klettern oft darin herum, was jedoch nicht gut für seine Wurzeln war. Deshalb beschlossen wir, einen Steg zu bauen, der den Busch vor den Kinder-Füßen schützt. Gleich nach den Sommerferien ging‘s los. Alle Kinder und mehrere Eltern waren beteiligt.

Die Kinder haben sehr ernsthaft mitgearbeitet. Am Tollsten fanden sie das Bohren mit der Bohrmaschine und das Schrauben mit dem Akkuschrauber – auch die Mädchen. Damit alle mal dran kommen und niemand in den Bohrer geschubst wird, haben sie sich ganz diszipliniert  in einer Reihe angestellt. Außerdem wurde ein Platz für das Freiluft-Sofa vorbereitet, das sich die Kinder gewünscht hatten. Mittags gab‘s ein gemeinsames  Bauarbeiteressen für Alle, die mitgemacht haben.

Im November machten wir weiter. Aus alten Paletten bauten wir das schon lange gewünschte Freiluftsofa. Nach einer Pause ging es dann erst im Sommer 2017 weiter. Wir bauten Hochbeete und entfernten die Rinde von den Robinienstämmen. Nach den Sommerferien haben wir Blumen in unsere Pflanzkästen gepflanzt und Tulpenzwiebeln gesteckt. Außerdem bauten wir in eine bisher nicht  genutzte Ecke des Gartens Balancierstangen und einen  »Stöckerwald« ein.

ZWISCHENBILANZ

Bei sämtlichen Aktivitäten ist viel erklärt, diskutiert, besprochen worden – das Ganze war ein einziges riesiges Partizipations- und Sprachförderprojekt.  Nicht nur die Kinder, sondern auch die beteiligten Eltern waren begeistert von der Aktion und möchten in Zukunft weiter mitarbeiten. Gleichzeitig entstanden durch sie neue Ideen für den Kita-Alltag:  Zum Beispiel lesen Eltern Kindern vor, auch in nichtdeutschen Sprachen. Und es soll ein regelmäßiges Elterncafé geben. Mit unserer Gartenumgestaltung sind wir noch nicht ganz fertig. Aber im nächsten Jahr geht’s weiter!

Ursula Trüper, Sprachförderkraft

Kontakt: kita-oranienstrasse@pfefferwerk.de

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