Geschichte zum Anfassen in der Berlin Bilingual School

Mauerstück vor der Berlin Bilingual School
Mauerstück vor der Berlin Bilingual School

Die Festlichkeiten zum 25. Jahrestag des Mauerfalls liegen hinter uns. Für einen Moment haben wir Berliner unsere persönlichen Geschichten geteilt, zusammen durch die deutsche Wiedervereinigung in unserer Heimat oder Wahlheimat. Wir erinnern uns daran zurück, wo wir waren, als wir die Neuigkeiten – die unglaublichen Neuigkeiten – hörten, dass die deutsch-deutsche Grenze geöffnet wurde. Sogar für unsere Kinder, die lange nach dem Fall der Mauer geboren wurden, ist der 9. November ein bedeutungsvolles Ereignis. Eine Mauer, die mitten durch eine Stadt gebaut wurde, übt sogar auf ein Kind Faszination aus, welches die Mauer selbst nie gesehen hat.

Wenige Tage vor den Feiern zum 25. Jahrestag kam die Geschichte in die Berlin Bilingual School: Ein Stück Mauer wurde auf den Schulhof der Grundschule im ehemaligen Osten Berlins verlegt. Der Mann der unseren 300 Schülern aus 39 Ländern ein Stück Historie schenkte ist Olaf Elias, Inhaber der Firma Historische Bauelemente aus Marwitz.

Dieser Brocken Mauer, wie er sich einfügt in unseren Plattenbau, kann leicht übersehen werden. Es war allerdings abzusehen, dass die Reaktionen auf unsere neueste Errungenschaft sehr unterschiedlich ausfallen würden. Ob wir nun vergessen oder uns erinnern wollen – was auch immer unsere Gefühle sind, diese graue Betonplatte steht im starken Gegensatz zum bunten Treiben innerhalb unserer Schulmauern. Unsere Schüler kommen zu uns, ausgerüstet mit Pässen aus verschiedenen Ländern, mehreren Sprachen und mit Familie und Freunden aus der ganzen Welt.

Nicht weit von unserem Mauersegment liegen unsere Schüler ausgestreckt auf dem Teppich, vertieft in ein Buch in englischer Sprache. Eine kleine Gruppe von Kindern arbeitet an einem Poster und nutzt dafür das Internet, um mehr Informationen über Flüsse und Kontinente zu bekommen. Ein Sechstklässler kommt zu mir ins Büro, um eine Schulregel in Frage zu stellen, die er für ungerecht hält. Ich frage mich, ob diese Kinder sich in eine Zeit hineinversetzen können, in der freie Gedanken und die Freiheit, hinzugehen, wohin man will, beschränkt und kontrolliert wurden.

Cornelia Donner, Schulleiterin | Kontakt: donner@pfefferwerk.de

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