Die DIMI 2022 – was war, was ist, was bleibt?

Tischlerarbeiten

Wenn wir bis in den März 2020 zurückblicken, blicken wir trotz aller Herausforderungen auf eine erfolgreiche Zeit. Ein Grundprinzip unserer Arbeit im KInder- und Jugendfreizeithaus DIMI – Offenheit und der anonyme, niedrigschwellige Zugang zu unseren  Angeboten – wurde über Monate hinweg außer Kraft gesetzt: Hygienekonzepte mussten umgesetzt werden, allem voran Ganztags-, Sport- und Kochangebote brachen weg, Besucher*innen blieben fern.

Aber: Einmal mehr wurde deutlich, dass wir ein wichtiger Teil der Kinder- und Jugendhilfe sind! Für das einzelne Kind, die*den einzelne*n Jugendliche*n waren und sind wir oft über Jahre hinweg wichtige Anlaufstation, wichtige Ansprechpartner*in.  So auch in den vergangenen Monaten.

Die Umgestaltung der Brache hinter unserem Haus im Prenzlauer Berger Thälmannpark ist seit einiger Zeit unser  wichtigstes Projekt.

Im Frühjahr 2020 haben wir zusammen mit unseren Jugendlichen angefangen, die Brennnesselwüste hinter unserer Einrichtung  zu einem Garten mit einer Wasserstelle für Vögel, Eichhörnchen und Füchse umzugestalten. Wir haben ein Insektenhotel gebaut und eine sogenannte Bienenweide gepflanzt. So wurden unter anderem Naturbeobachtungen direkt vor unserer Haustür möglich. Der Garten gewährt uns Einblicke in die Kreisläufe der Natur, gibt uns Gesprächsanlässe über Nachhaltigkeit, umweltbewusstes Handeln und gesunde Ernährung.

Durch den Spaß an der gemeinsamen Arbeit, den Gestaltungs- und Entscheidungsfindungsprozessen,  dem gemeinsam erlebten Mehrwert durch Entspannung unter freiem Himmel – kurz: der Erweiterung der Einrichtung durch einen selbst geschaffenen Outdoorbereich –  entstand schnell der Wunsch aller Beteiligten, unser Gartenprojekt weiter auszubauen und voranzutreiben.

Also haben wir einen Antrag bei der Erwin Fey Stiftung gestellt und 2000 Euro bewilligt bekommen. Unser Ziel ist es, den Garten nach Permakultur-Gesichtspunkten weiter auszubauen und zu unterhalten. Wegen der Bodenkontamination bauten wir im Park ein großes Hochbeet und bepflanzten es mit später Essbarem  bepflanzt. Wir haben zwei Apfelbäume gepflanzt, Unser Kräutergarten versorgt uns mit frischen Kräutern, die unser selbstgekochtes Essen aufwerten. Auch haben wir in diesem Jahr eine Terrasse mit Sitzgelegenheiten gebaut, die über unsere Öffnungszeiten hinaus allen Besucher*innen des Parks zu Verfügung stehen.

Diese Möglichkeit wird regelmäßig von Jugendlichen wahrgenommen, die wir mit unseren coronakonformen Angeboten nicht erreichen. Offenbar wird der Garten von den Nutzer*innen dankbar angenommen und wertgeschätzt. Bislang liegt kein Müll in der Oase, Vandalismus findet nicht statt.

Eine weitere Vernetzung im Sozialraum Ernst-Thälmann-Park entsteht gerade durch die Teilnahme an der „Kulturinsel“.

Das ist ein Projekt des Kulturamts, das im Frühling 2021 gestartet wurde. Auch hier hat die DIMI jetzt ein Hochbeet. Die Kooperation und Verzahnung beider Projekte liegen auf der Hand und sind für uns  eine große Bereicherung. Der Schwerpunkt der „Kulturinsel“ im kommenden Jahr wird Jugendarbeit sein.

Trotz aller Auflagen und erschwerter Arbeitsbedingungen haben wir viel erreicht. Wir haben nicht nur den Status quo erhalten können, sondern unser Angebot erweitert. Wir sind durch das Gartenprojekt dem Leben um die DIMI herum ein gutes Stück entgegen gekommen. Wenn die Räume im Inneren nicht wie gewohnt nutzbar sind, ist es umso wichtiger, dass eine Öffnung zum  Außen stattfindet. Dies ist uns mit dem Gartenprojekt gelungen.

Wir sind stolz auf das Erreichte!

Stolz darauf, wie die Kinder und Jugendlichen mit uns gemeinsam die sich ständig ändernden Anforderungen der letzten Monate gemeistert haben. Die vor Jahren eingeführte Kosten-Leistungsrechnung sorgt nun im Bezirk Pankow fast unbemerkt für Einsparvorgaben bei der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Rund  1,4  Millionen Euro fehlen hier.

Während überall über Hilfspakete und Unterstützung für die gebeutelte Generation der Kinder und Jugendlichen diskutiert wird und hastig Programme aus dem Boden gestampft werden, stehen die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen für Kontinuität und über Jahre gewachsene Beziehungen und Strukturen, die eine verbindliche Basis für stabile Entwicklungen unserer Kinder und ihre eigenen Projekte bilden.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal den Bogen zur Permakultur spannen: Permakultur ist eine Lebenskultur. Eine Bewegung, die zukunftsfähige, ökonomisch und ökologisch stabile Systeme schafft, in denen Menschen, Tiere und Pflanzen, belebte und unbelebte Natur sich gegenseitig unterstützen, bereichern und fördern. Das Ziel ist es, Gemeinschaften zu bilden, die mit den bereits vorhandenen Ressourcen Ökosysteme erschaffen, die sich selbst erhalten und gegenseitiges Wachstum fördern. Hierbei ist das Beobachten und Wahrnehmen der bereits vorhandenen förderlichen Einflüsse von entscheidender Bedeutung für das Gelingen.

Förderlich und somit unbedingt erhaltenswert ist im Kontext der Jugendhilfe die über Jahrzehnte gewachsene stabile Basis, die fest in den Bezirken verankert ist: die Kinder – und Jugendfreizeiteinrichtungen.

Wir danken der Erwin Fey Stiftung für die Finanzierung unseres Gartenprojektes!

Logo Erwin Fey Stiftung

Einen Einblick in unseren vielfältigen Einrichtungsalltag vermitteln wir auf Instagram: https://www.instagram.com/freizeithaus_dimi/

Helle Koppetsch, Team DIMI | Kontakt: dimi@pfefferwerk.de

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