Pankow hat eine lebendige und engagierte Zivilgesellschaft.

Unsere Demokratie lebt von diesem Engagement und macht Pankow zu einem attraktiven Lebensort. Das zeigt sich auch daran, dass die Pankower Bevölkerung seit Jahren stetig zunimmt und dabei immer internationaler wird. Die heterogene Bevölkerungszusammensetzung Pankows soll sich auch in den Partnerschaften für Demokratie in Pankow wiederspiegeln.

Die Partnerschaften für Demokratie in Pankow Nord und Pankow Süd werden seit 2015 im Rahmen des Förderprogramms Demokratie Leben! des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ermöglicht. Ziel des Programms beschreibt Ministerin Manuela Schwesig so: “Ich will Menschen vor Ort unterstützen, die sich für ein offenes und vielfältiges Land einsetzen. Gleichzeitig möchte ich alle Bürgerinnen und Bürger dazu ermutigen, sich aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit einzubringen. Geben Sie unserer Demokratie mit Ihrem Engagement ein lebendiges Gesicht und lassen Sie uns Demokratie gemeinsam leben!”

Mit seinen 390.000 Einwohnern ist der Bezirk Pankow vergleichbar mit einer mittelgroßen Stadt in Deutschland. Deshalb wurden zwei Partnerschaften für Demokratie eingerichtet: Pankow Nord und Pankow Süd. Die Partnerschaften für Demokratie in Pankow stehen unter dem Motto „Mehr Beteiligung und neue Akteure!“. Ziel ist es, mehr Menschen für die Arbeit gegen Rechtsextremismus und für Toleranz zu gewinnen, insbesondere Gruppen, die bislang nicht in diesem Feld sichtbar waren wie beispielsweise Migrant*innenselbstorganisationen. Um solche Gruppen zu erreichen, wurden Elemente des „Community Organizing“ genutzt.

Die Strategie des „Community Organizing“ hilft dabei, im Gemeinwesen relevante Akteure ausfindig zu machen und mit ihnen handlungsfähige Beziehungen aufzubauen, die über die Projektdauer hinaus fortbestehen. Ein wichtiger Leitgedanke dabei ist: Die Zusammenarbeit muss Spaß machen. Der persönliche Kontakt und Austausch sind wichtiger als die formale Mitgliedschaft.

 

Folgende Elemente, die teilweise aus dem Community Organizing kommen, haben wir für den Aufbau eines Netzwerks im Rahmen der Partnerschaften für Demokratie ausprobiert und etabliert:

Mapping: Der erste Schritt im CO-Prozess ist, am Reißbrett Personen und Gruppen zu sammeln, die man ansprechen und ggf. gewinnen möchte für die Vernetzung.

aktivierende Befragung: Hier ist das Ziel, Schlüsselpersonen ausfindig zu machen, die Interesse an der Vernetzung haben und die Ideen des Netzwerks in ihre Gruppen hineintragen und dafür werben können, so dass sich auch andere Mitglieder der Gruppen am Prozess beteiligen.

Beziehungsgespräche: Mit den Schlüsselpersonen werden regelmäßig Beziehungsgespräche geführt, um die persönliche Beziehung zu stärken und in gutem Kontakt zu bleiben.

Demokratie-Dinner: Informelle Gelegenheiten ohne Tagesordnung, Moderation und Protokoll dienen ebenfalls dem Wachsen der Beziehungen der Akteure untereinander.

Demokratie-Workshops: Hier wird die inhaltliche Stoßrichtung der Partnerschaften bzw. des Netzwerks behandelt und weiterentwickelt. In kleineren Runden werden zu spezifischen Fragen Ideen für Projekte entwickelt und erste Kooperationsmöglichkeiten ausgelotet. Für 2017 planen wir eine gemeinsame Diskussion darüber, nach welchen Kriterien und auf welche Weise Fördermittel vergeben werden können.

Projekteplenum: Um die Verteilung der Fördergelder aus den Aktionsfonds der PfD so demokratisch wie möglich zu gestalten, laden wir zum Projekteplenum alle Antragsteller*innen ein, damit sie gemeinsam darüber abstimmen, wie die Gelder verteilt werden.

Vernetzungsrunden: Entsprechend der Aktivitätsschwerpunkte der Pankower Aktiven haben wir thematische Vernetzungsrunden einberufen, in denen sich noch intensiver mit einem Thema beschäftigt und ausgetauscht werden kann. Die Vernetzungsrunden sollen auch die Kooperation der einzelnen Akteure stärken. Unser größtes Ziel ist neben der Gewinnung neuer Akteursgruppen auch die verstärkte Zusammenarbeit der Gruppen. So wäre es beispielsweise wünschenswert, wenn nicht jede Organisation ihr eigenes Projekt zur Aufklärung gegen Rassismus macht, sondern wenn drei oder mehrere Organisationen an einem Projekt mit entsprechender Reichweite planen.

 

Das Herzstück der Partnerschaften für Demokratie sind die Projekte der Zivilgesellschaft.

Jedes Jahr werden diese mit einer Höhe von knapp 80.000 Euro in Pankow gefördert. Kriterien waren von Anfang an, dass es mindestens zwei Kooperationspartner*innen geben soll, die nicht nur auf dem Papier kooperieren, sondern das Projekt auf Augenhöhe planen und umsetzen.