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Karjaa, 16.07.07

Als wir uns morgens zum Festivalgelände auf dem Weg machen wollten, fingen uns (Nadine und Melike) Maria und Esa bereits im Treppenhaus des Hostel ab. Sie meinten, dass sie eine dringende Aufgabe hätten und uns als Unterstützung bräuchten. Es ginge um die Vorbereitung einer Ausstellung. „Das hört sich gut an“, meinte Nadine, und entspräche obendrein noch dem Berufsbild Mediengestaltung Digital und Print. Nachdem wir mit unserem Supervisor Mika sprachen, entließ er uns und die beiden nahmen uns gleich mit in eine kleine Galerie namens Focus im Zentrum von Karjaa.

         
Melike beim Collagieren
    Auf dem Weg bekamen wir etwas mehr Details: Es handelt sich um eine Fotoausstellung 10 Jahre Faces, wobei es nicht so dokumentarisch werden sollte, wie die Ausstellung am Bahnhof Helsinki, sondern vielmehr eine Installation, die somit dem Konzept von Faces viel eher entspräche. Die Eröffnung sei am nächsten Tag, doch vorbereitet sei bisher nichts. Mit anderen Worten, die Ausstellung sollte noch am selben Tag fertig gestellt werden. Hat Nadine wieder einmal mit zu wenigen Informationen zu schnell zugestimmt? Als wir bei der Galerie ankamen, legten wir sogleich los. Esa gab uns Unmengen Fotos und wir sortierten diese und entwickelten ein Konzept zur Anordnung. Schnell merkten wir, dass zwischen Maria und Esa dicke Luft herrschte. Sie verabschiedete sich und nahm sich einen freien Tag. Anschließend teilte uns Esa mit, dass er um 14 Uhr arbeiten müsste. Wer sollte nun die Ausstellung vorbereiten? Melike und Nadine! Begeistert waren wir nicht, dass wir ganz allein gelassen wurden, doch irgendjemand musste es ja machen. Melike verfluchte Nadine für ihr Verantwortungsbewusstsein, versprach ihr aber, sie nicht im Stich zu lassen.        
Galerie Fokus
Sie transformierte eine Tür in eine Collage und Nadine klebte Bilder an die Wände, die sich wie eine Linie durch den gesamten Raum schlängelten. Als wir damit fertig waren (es war bereits 19:32 Uhr), fingen wir an die Podeste zu collagieren, hingen Poster auf, arrangierten den Raum und räumten auf. Irgendwann kam einer Journalistin vom Västre Nyland (eine regionale Zeitung), die dachte, dass die Ausstellung bereits begonnen hatte. Sie machte ein Interview mit uns und Fotos. Zum Schluss bauten wir eine interaktive Installation mit Bauklötzen, auf die Worte geschrieben waren. Gegen 00:33 Uhr sah der Raum wunderschön aus und wir waren sehr Stolz auf uns. Nach einem halbstündigen Spaziergang fielen wir müde ins Bett.
Der Zaun         So, nun genug des Lobes. Nicht nur Nadine und Melike haben heute schwer gearbeitet, sondern auch alle anderen knapp 25 Helfer. Unter den etwa 25 anderen Helfern waren auch Katja, Max, Phillip, Sinah und the incredible ICH.
Der Bordkartenabreisser-on-duty-director, auch Holger genannt, hat mir und Max die Aufgabe gegeben, eine Treppe zu bauen. Die Treppe soll den Künstlern den Weg auf die Bühne ermöglichen. Der drillinstructor (wir reden immer noch von Holger) hat uns die Aufgabe in 5 Minuten erklärt und war der Meinung, dass wir etwa 2 Stunden benötigen um die Treppe zu bauen.
                                   

Natürlich waren wir nach einer Stunde fertig und Sergant Higgins (Holger) war wie immer nicht aufzufinden. Nachdem wir bei der Polizei eine Vermisstenanzeige aufgegeben haben und Nobody endlich gefunden wurde, hat er mir die Aufgabe gegeben, die Treppe zu streichen. Natürlich meinte er nicht die Treppe sondern die Bühne. Für alle die sich im Englischen ein bisschen auskennen, wissen, dass sich Treppe (stairs) und Bühne (stage) nearly the same anhören. Da Hannibal Smith manchmal Probleme hat, sein Esszimmer (anderes Wort für Mund, also Aussprache) richtig einzusetzen, habe ich die beiden Wörter verdreht und anstelle der Bühne, die Treppe gestrichen. Am nächsten Tag war dann die Verwirrung perfekt. Bob Marley kam zu mir und fragte mich: „Are all the germans so stupid?“ Da ich bis dato nicht wusste was stupid bedeutet, habe ich einfach 10 Liegestütze gemacht. Komischerweise hat er den ganzen Tag nicht mehr mit mir geredet. Jetzt sitzen wir in unserer Akkumodäischn und trinken noch ein kühles Wasser um dann ins Bett zu gehen.
Gute Nacht!!!!

(Autoren: Moi Christoph und Nadine)

                 

Karjaa, 17.7.2007

Philipp hat heute mitgeholfen einen Zaun zu bauen, um das Festivalgelände abzugrenzen. Er baute zusätzlich Fallen, damit niemand unbemerkt das Gelände betreten kann.
Heute war die Ausstellungseröffnung. Börje, der Oberchef vom Faces Festival war auch da. Allen hat die Arbeit von Melike und Nadine gut gefallen und deshalb wurde ihnen an diesem Tag keine schweren Aufgaben aufgetragen. Sie wurden sogar in einer schwedischsprachigen Zeitung abgelichtet (Hier der Artikel als PDF, allerdings in Schwedisch). Einer Kurzzusammenfassung auf Deutsch nach Bedarf (bitte per Email anfragen). Eigentlich wollte heute Katja den Bericht schreiben. Am späten Abend erklärte sich Christoph bereit. Komisch das wir so wenig Zeilen heute haben....?
Vielleicht folgt ja in nächten Tagen was...

Aber immerhin bezeugt ein Video vom selbigen Abend von unserer Motivation.

                 
Ausstellungseröffnung   Ausstellung    
                 
Karjaa, 18.07.2007

Today was my second day in the Catering. It is a good feeling to have built the tent and everything inside of it but also to cook in there for more than 70 people. Every day one volunteer is helping in the kitchen from 9 am to 5 pm and a second one is working from 12 am to 8 pm. Today we eat minestrone and pancakes. Everybody loved the pancakes and when you work in the kitchen and make the pancakes, then everybody likes you. ;-) You need the same things than in your home kitchen but everything is bigger and you need more ingredients. To make pancakes …you need 6 liter milk, 30 eggs and lot of flour. You also need a bucket! It’s good to work in the kitchen because I can learn English there. Janne (The master of the kitchen) speaks more then seven languages, for example German. And when I don’t understand an English word, he tells me what the meaning is in German and sometimes he writes it on paper. You see I learn many things here.

Katja beim Kochen   Beim Zaun bauen    
Max, Melike, Sinah, Philipp, Christoph and Anders (the Men who built the most things on this Festival) continued building the fence around the festival area. In total it will be about 500 meters long or even more.

Nadine had her first day of physical work. She had to carry around things and put up trash bins. She liked it, because she met a lot of people talked and made jokes. Even though she is really strong (written by herself) her arms were so tired and the muscles hurt.

  After a long hard day of work we all meet in the garden in front of the hostel, also most of the volunteers from the international workcamp. We were probably about 30 people. A girl from Serbia played the „guitar“ and all the people sang along songs. We have many people with a musical talent here that’s nice.

(Autoren: Katja und Nadine)

       
                 
                 
Karjaa, 19.07.2007

Viel gibt es vom heutigen Tag nicht zu berichten. Alle (damit meine ich nicht nur das international Faces Production Team Pfefferwerk, sondern auch die anderen 17 internationalen Helfer aus unserem Hostel) hatten einen leichten bis mittelschweren Hangover (außer Sinah und Philipp, versteht sich!). Trotzdem haben es alle mehr oder weniger zeitig aus den Betten geschafft, zumindest erreichten wir das Festivalgelände pünktlich um 9 Uhr zum täglich Meeting mit Börje. Christoph merkte man noch den Restalkohol an und Max seine Qualen (er konnte seine Kopfschmerztabletten nicht finden).

Die meisten arbeiteten weiter am Zaun (ein Projekt, welches sich wahrscheinlich noch einige Tage hinziehen wird). Nadine durfte wieder eine kleinere Aufgabe für Esa übernehmen (sie freute sich sehr, dass sie nicht so körperlich arbeiten musste, wie am Tag zuvor, da sie erstens Muskelkater hatte und zweitens an ihren Kater Fellini denken musste ;) Melike wollte unbedingt etwas Fleischiges und Fettiges essen und entschied sich dazu in der Stadt ein Döner zu essen (für 5 Euro), anstatt das leckere Mittag- und Abendessen von Janne zu sich zu nehmen; Sinah schloss sich ihr an. Morning Meeting
Philipp   Philipp, der am Tag zuvor Frühsport gemacht hatte (er entdeckte seine Leidenschaft fürs Fahrradfahren, insbesondere freihändig), hart gearbeitet hatte (und zwar den ganzen Tag), fiel in seinen gewohnten Trott zurück. Er wollte nicht aufstehen, nicht arbeiten, aber dafür gerne alle nerven. Trotz allem bemerkte Melike ganz überrascht: „Philipp, Du bekommst ja einen Bart! Du wirst ja ein Mann.“ Mal sehen, wie das weitergeht….

Nadine nahm sich für diesen Tag ganz fest vor, dass sie wenigstens einmal vor Mitternacht schlafen gehen würde. Wird sie es schaffen? Es ist schon wieder 21:53 und sie sitzt noch immer am Computer. Die meisten Finnen machen sich ernstlich sorgen um sie. Mika sagte heute zu ihr: „You have to relax, Nadine, like me.“

           
                     
Wie es aussieht bleiben wir bis zur Abreise hier im Hostel und ich glaube, dass auch alle froh darüber sind. Wir haben uns an diese Räumlichkeiten gewöhnt, haben den Luxus von Dusche, warmen Wasser und Reinigungsservice (auch haben wir unsere Schlafsäcke bisher nicht gebraucht, sondern haben frisch bezogene Decken und Kopfkissen in gemütlichen Betten). Teilweise wurden die Zimmer aufgestockt oder zusammengelegt (mit den anderen internationalen Helfern), aber Max hat noch immer (als einziger) das Privileg eines Einzelzimmers.

So, Melike muss jetzt noch etwas arbeiten, nämlich an der Galerie-Seite unserer Website und Nadine geht schlafen. Gute Nacht…

p.s. Mittlerweile ist es 23:22 Uhr. Nadine schläft noch nicht, aber sie liegt bereits im Bett. Sie hat gestern eine Band gegründet, mit der sie beim Faces Festival auf der Free Stage auftreten will. Der Name: Dancing Blueberries. Mittlerweile sind sie zu viert: Maaria, Laura, Iva und Nadine. Sie werden morgen das erste Mal proben (wenn Nadine nicht wieder die Gitarre vergisst). Hörproben gibt’s dann ggf. in naher Zukunft ;)

(Autor: Nadine)

                       
Hallo und herzlich Willkommen zum nächsten Teil, des schier nicht enden wollenden Aufenthaltes in Finnland?
Heute ist der 22.07.07 und ich soll einen Bericht über den 20.07.07 schreiben. Bei dem ganzen Stress, hab ich schon vergessen, was wir den ganzen Tag über gemacht haben. Ich werde nun versuchen, Stück für Stück, mich an den Tag zu erinnern.

Es war einmal...

…der 20.07.07 in Karjaa, Finnland. Wie bereits die Tage zuvor, begann unser Tag pünktlich um 9:00 Uhr im Küchenzelt auf der Festivalarea in Billnäs. Der Vereinsvorsitzende Börje, hat in seinem täglichen Morgenappell, die anstehenden Aufgaben erläutert und verteilt. Sancho Pancho (Holger), seine „rechte Hand“, hat immer wieder freundlich darauf hingewiesen, dass jede Arbeit total toll, unglaublich viel Spaß macht und voll easy ist.
Ich kann mich nicht mehr genau erinnern aber ich weiß, dass wir heute nicht am fence gearbeitet haben. Max und Katja, haben sich auf Grund von Zaunbau - Überstunden und dem Mittagsküchendienst (12-20 Uhr), den ersten Teil des Tages frei genommen und sind erst um 12 Uhr zu uns gestoßen. In dieser Zeit haben die anderen Schwerstarbeit geleistet. Nadine hat Stadtbote gespielt und hat Holz hin und her transportiert (keine Ahnung warum). Melike und ich wollten erst mit Ned Flenders die Kassenhäuschen aufbauen aber da ich ja bereits erwähnte, dass die Finnen irgendetwas erklären und dann mitten im Satz abhauen, hat Melike weiter an der Homepage gearbeitet und ich durfte die schwersten Fenster, die es auf dieser Welt gibt, aus der 1. Etage nach Paterre bringen. Irgendwann gegen 12 Uhr kamen dann auch schon Max und Katja und dann war der Tag auch schon fast vorbei. Fast wohlgemerkt…
     
Die Sauna   Feuer vor Sauna  
Gegen 19 Uhr haben wir uns alle auf den Weg nach Fiskars gemacht, um in eine Outdoorsauna zu gehen. Die Sauna lag mitten im Wald an einem See. Anfangs haben wir getrennte Saunagänge gemacht (Frauen zuerst, dann die Männer) aber als die Frauen unsere abgöttischen Körper sahen, gab es kein halten mehr und wir machten aus der getrennten Sauna eine Mixed-Sauna. Allerdings wurde teilweise auf Textilien bestanden und nur Michael und Mika machten eine Ausnahme und trugen nur Handtücher. Allerdings hatte niemand Mika darüber informiert, dass man sich mit Handtuch nicht breitbeinig ans Feuer setzen sollte. Also erheiterte er die Mädelsrunde mit „little Things“ wie er sagte. Es war echt entspannend und wir konnten uns ein wenig von den Strapazen der letzten Tage erholen. Das eigentliche Highlight an diesem Abend sollte das Reinfeiern in Max’s Geburtstag sein. Aus dem eigentlich, wurde die ereignisreichste Nacht, seit es ereignisreiche Nächte gibt. Wir saßen gemütlich im Wald, am See, neben der Sauna und warteten auf den Mitternachtsgong, um Max in den Kreis der 23-jährigen aufzunehmen.
       
Als wir dann wieder nach Hause gefahren sind, haben wir uns noch kurz in den Aufenthaltsraum gesetzt, um den Tag entsprechend fröhlich zu beenden. An dieser Stelle muss ich (Katja) mich kurz einschalten, da ich der Fahrer des ersten Busses war und unsere Rückfahrt nicht so ruhig verlief. Kaum waren wir, drei Leute legal vorne, der Rest von 10-15 Leuten illegal hinten drin, losgefahren, sah ich Blaulicht im Rückspiegel. Michael, der neben mir saß, fluchte auf Finnisch, was ich mittlerweile auch gut kann aber hier nicht wiedergeben werde und meinte ich soll einfach ganz normal weiterfahren. Nach hinten gab es ein hektisches Klopfen an die Scheibe, was soviel bedeutet wie „unten bleiben und klappe halten“. Also fuhren wir genau 40 aber die Bullen blieben hinter uns. Michael und ich wechselten einen Blick und dann trat ich aufs Gas.   Transport      
                             
Die Leute purzelten durcheinander und verfluchten uns, sowohl auf Finnisch als auch auf Englisch aber darauf konnten wir keine Rücksicht nehmen. Also runter von der Hauptstraße, der nächste Feldweg war unser. Wir holperten mit knappen 80 Km/h über die Hügelpiste, hinter uns die die Polizei mittlerweile mit Sirene, sie hatten wohl bemerkt, dass wir was zu verbergen hatten. Um uns war es stockdunkel, nur unsere Lichter und das Blaulicht erhellten die Nacht. Ich hoffte inständig, dass Michael immer noch wusste wo wir waren, ich hatte schließlich genug mit dem Auto zutun. In dem Moment sprang ein Reh auf den Weg, zum Glück kein Rentier, den so einen Unfall überleben die wenigsten. Bremsen konnte ich nicht, hinten war schließlich niemand angeschnallt und es hätte uns auch unseren mittlerweile recht großen Vorsprung gekostet.
     

Die Leute purzelten durcheinander und verfluchten uns, sowohl auf Finnisch als auch auf Englisch aber darauf konnten wir keine Rücksicht nehmen. Also runter von der Hauptstraße, der nächste Feldweg war unser. Wir holperten mit knappen 80 Km/h über die Hügelpiste, hinter uns die die Polizei mittlerweile mit Sirene, sie hatten wohl bemerkt, dass wir was zu verbergen hatten. Um uns war es stockdunkel, nur unsere Lichter und das Blaulicht erhellten die Nacht. Ich hoffte inständig, dass Michael immer noch wusste wo wir waren, ich hatte schließlich genug mit dem Auto zutun. In dem Moment sprang ein Reh auf den Weg, zum Glück kein Rentier, den so einen Unfall überleben die wenigsten. Bremsen konnte ich nicht, hinten war schließlich niemand angeschnallt und es hätte uns auch unseren mittlerweile recht großen Vorsprung gekostet. Zum Glück verschwand es genauso schnell wie es kam und wir rasten weiter. Dann sah ich vor uns wieder Licht, wir hatten die Hauptstraße wieder gefunden. Das war unsere Chance!
Also ein letztes mal Beschleunigen und wir waren zurück in der Zivilisation. Die Polizei hatten wir abgehängt. An der nächsten Nebenstraße hielten wir, ich beruhigte meine Nerven und die Leute hinten drin sortierten sich neu. Danach fuhren wir ganz normal nach Hause und warteten auf Max um ihn und seinen Geburtstag zu feiern.

  Am Feuer
   
  In der Sauna
Zurück zu Christoph. Ich weiß nicht, wie spät es war und ich weiß nicht, wie es dazu kam aber ich erzählte eine Geschichte über ein Regal bei Lidl, das kippelte, weil die Verkäuferin einen Schuh verloren hat. Nadine, in diesem Moment meine Übersetzerin, weil ich aus irgendeinem Grund mein Englisch verlernt hatte, stand mir in jedem Augenblick zur Seite. An dieser Stelle: Danke Nadine!!!
Ich glaube, die Geschichte ist jetzt so berühmt, dass ein Teil in die finnische Nationalhymne übergeht. An dieser Stelle …
                           
Karjaa, 21.07.2007

(Autor ab jetzt Max) Heute übernehme ich mal wieder das Berichten, denn wenn ich schon Geburtstag habe ist dass ein guter Grund mich gleich zum Berichtschreiben zu verpflichten. Wie Christoph bereits berichtete begann mein großer Tag mit Gesang und einer Kerze am Lagerfeuer, neben der einzigartigen Sauna in Fiskars vor dem wundervollen See. Zurück im Hostel erwartete mich erneut Gesang diesmal zwei Kerzen, Sekt und Kuchen. Es folgte eine lange Nacht mit guten Gesprächen, viel Bier und verschiedenen Finnischen Schnäpsen. Um 5 Uhr morgens, die Sonne stand bereits wieder hell am Himmel ging ich fröhlich zu Bett, mit dem festen Vorsatz lange zu schlafen. Daraus wurde natürlich wieder mal nichts, dank des absurden früh Aufstehens der vorangegangenen Tage erwachte ich um halb zehn, doch konnte noch eine Weile vor mich hin dösen bis wir dann um kurz nach 11 zur Festivalarea starteten. Für heute stand ein ganz besonderer Arbeitseinsatz auf dem Programm nach dem Brunch im Küchenzelt bestiegen wir einen Reisebus (ja auch bei Faces wird man nicht immer auf der Ladefläche von Lieferwagen transportiert) und fuhren nach Helsinki. Wider meinen Erwartungen ist die finnische Hauptstadt mit ihren 500.000 Einwohnern lebhaft, urban und ausgesprochen hübsch.
Arbeiten in Helsinki   In einem Park in der Nähe des Hafen endete unsere Fahrt, auf einer Bühne sollte hier das Konzept des Faces Festival präsentiert und anschließend Musik gespielt werden. Parallel dazu sollten wir hunderte von Faces-Zeitungen verteilen, anschließend - so das Versprechen - hätten wir Zeit zur freien Verfügung. Obwohl der Park von Menschen durchströmt wurde, zu großen Teilen jedoch Touristen, schien der Vorrat an Zeitungen nicht zu schrumpfen, nach einiger Zeit waren dafür Phillip und Sinah weg (wie sich später herausstellte saßen sie bei einer imperialistisch-kapitalistischen weltweitagierenden Fastfoodkette). Christoph und Melike verteilten durch aufreizende Tänze erfolgreich Zeitungen und wurden sogar von schwedischen Playboys auf ihre Yacht eingeladen. Katja, die sich als zu schüchtern zum Verteilen erwies und Besuch von Alois, einem Freund aus Deutschland bekam, kam auf die Idee mit der Straßenbahn einmal durch die ganze Stadt zu fahren. Christoph fühlte sich als Revierkater bedroht und hoffte deshalb auf Alois Einhodigkeit, wozu dem Autor aber keinerlei weitere Informationen vorliegen. Kurz entschlossen schnappte ich mir einen großen Haufen Zeitungen und fuhr mit. Die Idee erwies sich als Erfolg an jeder Station stiegen mögliche Faces Besucher zu, die von mir sofort mit Zeitungen versorgt und von Alois mit dem Angebot ihnen alle Ihre Fragen zu beantworten. Es hatte zwar niemand Lust Fragen zu stellen, doch sie lasen alle sehr interessiert die Zeitung.          
                   
Musik in Helsinki            
                   
Zurück am Hafen perfektionierte ich meinen Zeitungsverteil-Stil. Zwei Möglichkeiten erwiesen sich als besonders effektiv, entweder freundlich lächeln und „You look like you could be interested in the Faces Festival“, zweite Möglichkeit entschlossenes Auftreten und „GO TO FACES!“ dann nahmen auch alle die Zeitung. Der Bus brachte uns natürlich mit Verspätung zurück zur Festvalarea und zum BBQ. Nachdem der Grill endlich in Gang gesetzt werden konnte wurden wir mit Maiskolben und den bereits bekannten Würstchen mit minimalem Fleischanteil versorgt, wir hatten bereits damit gerechnet und deshalb zu teilweise horrenden Preisen Fleisch gekauft. Noch während des Grillens startete im KELMU das erste Konzert, eine experimentelle Porno Punk Metal Band konnte trotzt Ihres vollkommen nackten Auftretens Nadine nicht überzeugen.
experimentelle Porno Punk Metal Band   Als nächstes spielte die Band in der Anssi (der Freund von Elena) Bassist ist. Die hauptsächlich weiblichen Internationalen V flippten völlig aus und als sich die ersten Jungs trauten mit dem Tanzen zu beginnen gab es kein halten mehr, die Tanzfläche wurde gestürmt, die Party begann. Nach den ersten Songs wurde mir dann eine tanzbare Interpretation von „Happy Birthday“ präsentiert, die Stimmung kochte. Auch als die Künstler völlig erschöpft eine Pause einlegten war das Publikum noch lange nicht müde. Der Band wurden nur wenige Minuten gegönnt dann schrien alle so lange „WE WANT MORE“ bis es weiter ging. Das Tempo der Songs blieb Medium die Stimmung hoch doch leider war das Konzert zu Ende bevor die Masse erschöpft war.  
Anti, der manchmal menschenfeindliche Finne, war heute beim Grillen besonders freundlich und bewies dass er auch Englisch kann, doch nun war er wieder betrunken und sein zweites Gesicht zeigte sich. Mit Christoph diskutierte er wie oft er ihn wohl in der Sekunde treffen könnte, dann wollte er plötzlich von mir wissen ob ich ein harter Typ sei und typische Provokationen wie Rumgeschupse. Als ich versicherte ich sei ganz soft wendete er sich wieder Christoph zu, zum Glück konnte auch dieser einer ernsthaften Schlägerei entgehen, auch andere Finnen neigen zu Aggressionen wenn Sie betrunken sind.
Der einzige nüchterne war Alois und weil keiner laufen wollte quetschten wir uns in den neusten Transporter. Leider war dieses Fahrzeug in der Lage schnell zu fahren, Katja und Michael dafür unfähig Alois rechzeitig den Weg anzusagen. Alois nahm daher rasante Kurven und plötzliche Bremsungen vor, ich gehörte zu den Betrunkenen im hinteren Teil, wir wurden brutal durchgeschüttelt, der Fahrer wurde heftigst beschimpft in allen möglichen Sprachen, sein Fahrstil änderte sich trotzdem nicht.

Die meisten saßen noch zu einem letzten Bier zusammen, nur Melike wollte mehr. Sie machte sich schick und auf den Weg um Nadine und die örtliche Disko zu finden, doch diese Geschichte hört Ihr morgen von Ihr selbst.

     
Karjaa, 22.07.2007 

So bin jetzt bereit den Übergang von Max zu übernehmen, ja nun an dem Tag wo wir zum Hostel gefahren sind war ich mir immer noch nicht sicher, ob ich jetzt gleich schlafen gehe, oder lieber mich hübsch machen und los zur Disco gehen soll. Hab mich entschlossen alleine zur Disco zu gehen, weil ich dachte, dass die anderen bereits da wären… Aber als ich los gefahren bin, habe ich die anderen nicht gesehen, und sie hatten wohl doch keine Lust oder es war ihnen zu teuer. Mich VERHINDERTE nichts, vor allem, da ich hörte, dass Nadine auch da wäre (was sich allerdings als Irrtum herausstellte, sie entschied sich in letzter Minute um). . Ich ging mit Freuden zu Fuß. Endlich war ich da gewesen, nach der strengen Passkontrolle und ein bisschen quatschen ging ich rein. Es war sehr schön drinnen, sehr groß, aber ich konnte Nadine nicht sehen. Naja, ich hab mir ein Bier geholt und stand dann da, bis mich zwei Jugendliche anquatschten. Sie fragten mich, ob ich nicht Lust hätte mich zu unterhalten, ---- jaaa warum nicht--- ? Naja schließlich nach 1-2 Stunden haben sie zu gemacht. Ich schlief erst um 5:30 Uhr…

Heute dürfen wir ausschlafen und tun was wir wollen, denn wir haben heute FREI. Die meisten schliefen durch, die anderen bis abends doch einige standen trotzdem auf und fuhren zum See und tankten Sonne hehe :) (andere sogar zum Meer) Aber ich stand leider so früh auf. Später bin ich aber mit dem Fahrrad losgefahren, tatsächlich habe ich einige bei der Festivalarea getroffen und wir fuhren gemeinsam zum See. Gutes Timing… Wo wir dann antrafen, lag Christoph ganz allein aber froh unter der Sonne…? Wir waren alle im Wasser. Nadine, Sinah und Phillip waren am Meer gewesen mit dem Zug. Als wir uns beim Abendessen sahen, fand ich die total braun, sie hatten alle drei einen Sonnenbrand. Das sah total lustig aus hehehe… Später ginge ich mit den anderen unten in die Sauna und relaxte. Das tat sehr gut und ich ging erschöpft schlafen… Morgen erwartete uns ein harter Tag. Je näher das Festival rückt, desto mehr Arbeit erwartet uns. Mal gucken, ob wir noch parallel die Website schaffen. (Autor: Melike) Leider wurden keine Fotos gemacht an diesem Tag, die Akkus von den Kameras waren nicht aufgeladen. Lag das vielleicht daran, dass alle zu hart gefeiert haben am Tag zuvor?

Karjaa, 23.7.2007

Mal wieder kamen wir (Sinah und Ich) nicht aus dem Bett.
Ich war gerade auf dem Weg zum Frühstück dort wurde ich angehalten von Ayxan (einer der Volenteers) dem Möchtegern-Gangster (18 Jahre alt). Der hat mir mal wieder eine Scheiße erzählt und ich verstand kein Wort ich nickte einfach. Endlich kamen wir unten am Bus an der uns wieder mal zum Festival schmuggelte. Dort bekamen wir mal wieder die scheiß Aufgaben.
Ich musste mal wieder beim Zaun arbeiten wie in den letzten Tagen. Dort kam ich schon ganz genervt an. Ich suchte so schnell wie möglich die bestgelegenste Möglichkeit der Arbeit zu entrennen. Ich gerade am Flüchten, hielte mich Max an und sagte: „Hilf mir doch steh nicht so faul rum.“
Ich antwortete: „Klar immer doch.“ Da hatte ich denn nächsten Misst ich sollte Stöcke zum Zaun tragen. Der nächste Text folgt ihn Kürze! (Philipp)


  smok_area  
Die anderen haben den Zaun rot angemalt (Melike, Nadine, Sinah und welche vom international Camp). Aus irgendwelchen gründen sah man dies nur Nadine an (sie war über und über rot). Leider wurden wurden auch am heutigen Tag keine Fotos gemacht (trotz aufgeladenen Akkus). Morgen wieder…